Mietwahnsinn 20.10.2018 Frankfurt

Runder Tisch fordert Wohnungsgemeinnützigkeit und Mietstopp

- Aufruf zur Demonstration gegen Mietenwahnsinn -

„Wohnen ist ein Menschenrecht. Bezahlbarer Wohnraum ist aber Mangelware und die Mieten steigen unaufhaltsam, auch in Hanau. Davon sind inzwischen breite Bevölkerungsschichten betroffen. Durch Spekulation und nicht immer sachgerechte Sanierungen nehmen Verdrängung und soziale Ausgrenzung immer mehr zu“, so der Runde Tisch für menschenwürdiges und bezahlbares Wohnen.

In Offenbach und Wiesbaden müsse jeder zweite Haushalt mehr als 30 Prozent des Einkommens für Miete ausgeben. In Hanau sehe es nicht viel besser aus. Die Zahl der Sozialwohnungen in Hessen wurde in den letzten 25 Jahren halbiert, denn immer mehr Sozialbindungen laufen aus. Ersatz werde nicht geschaffen. In Hanau gebe es gegenwärtig weniger als 2.000 Sozialwohnungen; 14.500 Haushalte hätten aber einen Anspruch auf solch eine Wohnung, bilanzieren die Mietaktivisten.

Für immer mehr Menschen werde das Wohnen in Hanau zu einem Luxusgut. In den Jahren des Stadtumbaus seien in Hanau etwa 4.500 neue Wohnungen gebaut worden. „Keine einzige davon war eine Wohnung mit Sozialbindung. Der Hanauer Magistrat und die Stadtverordneten wollen keine armen Menschen in Hanau haben. Dies sagen sie immer wieder offen und sorgen durch den Bau von Eigentumswohnungen und Reihenhäusern dafür, dass Menschen mit wenig Geld sich anderswo nach Wohnraum umsehen müssen“, so der Runde Tisch weiter. Auch die Hanauer Baugesellschaft beteilige sich nach Kräften an der Verdrängungsoffensive, indem sie ihre Mieten Zug um Zug erhöhe und damit das gesamte Mietniveau in Hanau nach oben schraube. Jüngstes Beispiel seien Sanierung und Nachverdichtung in der Otto-Wels-Straße. Dort solll die Kaltmiete künftig 9,80 Euro betragen. Die Baugesellschaft halte diesen Mietpreis für günstig – ein Schlag ins Gesicht von Mieterinnen und Mietern, Alleinerziehenden, Menschen mit geringer Rente, in prekären Beschäftigungen oder Teilzeitarbeit.

Der Runde Tisch für menschenwürdiges und bezahlbares Wohnen Hanau fordert die Politik auf, endlich im Sinne des Gemeinwohls zu handeln statt Partikularlinteressen zu bedienen. Wohnungspolitik ist Sozialpolitik – die Versorgung mit menschenwürdigem Wohnraum darf nicht dem Markt überlassen werden, denn dort gilt das Prinzip der Profitmaximierung!

Deshalb müsse als Alternative zur renditeorientierten Wohnungswirtschaft eine neue Wohnungsgemeinnützigkeit eingeführt werden. Der soziale Wohnungsbau müsse deutlich ausgebaut und in Hanau endlich wieder begonnen werden! Die Sozialbindung von Wohnungen solle nicht mehr auslaufen. Zudem dürften Baugrundstücke in öffentlicher Hand nicht mehr privatisiert werden. Bundesweit sei ein Mietstopp vonnöten, fordert der Runde Tisch.

Die Hanauer Mietaktivisten rufen zur Teilnahme an der Demonstration gegen den Mietenwahnsinn am 20. Oktober 2018 um 13:00 Uhr am Hauptbahnhof Frankfurt auf. Menschen, denen die Wohnungsnot unter den Nägeln brenne, müssten der Politik Druck machen, indem sie ihr Anliegen auf die Straße trügen!